• Steffen Weber Trio featuring Norbert Scholly
    Steffen `Larose` Weber (ts), Norbert Scholly (git), Matthias Debus (b), Axel Pape (dr)

    Steffen Weber Trio feat. Norbert Scholly

    Der Saxophonist Steffen Weber stellt mit seinem Quartett ein völlig neues und komplett aus Eigenkompositionen bestehendes Programm vor. Alle Stücke wurden vom Bandleader speziell für dieses Projekt komponiert. Geprägt durch spannungsgeladene Themen, smoothe Harmonieabfolgen und unerwartete Wendungen erinnern die Kompositionen eher an Songs als an klassische Jazzstücke ohne die Improvisation, das wichtigste Merkmal des Jazz,  zu vernachlässigen.



    Kritiken

    Jazzthing: Mit dem alten Trick des großen Ben Webster - mehr Luft als Ton - gestaltet der Tenorsaxofonist Steffen Weber die Ballade „Ahamay" auf dieser CD zu ganz großem Kino. Ansonsten bevorzugt er eindeutig schnellere und prägnantere Tempi: Auf „Lockstoff" ist „Ahamay" (leider) die einzige Ballade. Aber dank seines eingespielten Trios aus Matthias Debus am Bass - packende Unisonopassagen mit dem Chef sind seine Spezialität - und dem Drummer Axel Pape sind auch die anderen acht Stücke ein lockeres Vergnügen. So ganz ohne Harmonieinstrument wollte Weber übrigens auch nicht auskommen: Er holte sich den Gitarristen Norbert Scholly für die Aufnahme hinzu. Der bringt mit einem Sound auf der Schwelle zwischen warmem Wohnzimmer und aufbegehrendem Rockclub eine Menge Spannung in die Musik. Auf „The Mo" swingt er gar lässig wie Django Reinhardt.
    Rolf Thomas, Jazz thing 74

    Jazzpodium: „Lockstoff“ sei ein Mittel, Menschen dazu zu bringen, gute Musik zu hören, sagt der Saxophonist Steffen Weber. „Lockstoff“ ist also zwangsläufig der Opener seiner neuen gleichnamigen CD mit dem Gitarristen Norbert Scholly, dem Bassisten Matthias Debus und dem Schlagzeuger Axel Pape. Ein süffiger Sound mit intensivem, expressivem und zugleich sensiblem Spiel auf dem Saxophon. Singbare Läufe auf dem Blasinstrument, ein melodisch und gradlinig gezupfter Bass, ein eher stützendes als treibendes Schlagzeug und eine den Sound abrundende Gitarre prägen den Charakter. Mit anderen Worten, „Lockstoff“ erfüllt seinen Zweck.
    Der Hörer schwimmt im Post-Bop-Mainstream mit, erfreut sich an den ausgefeilten Kompositionen, die alle aus der Feder des Jazzpreisträgers stammen.
    Im Verlaufe der neun Stücke entfalten sich lyrisch-verspielte Duos zwischen Saxophon und Gitarre, hin und wider bricht Weber dann doch aus dem Harmoniegerüst aus und rotzt ein aggressives Solo aus dem Rohr. Scholly reiht wie in „Nachtschwärmer“ Noten wie Perlen in melodischen Linien auf. Und der Youngster des Quartetts, der Schlagzeuger Axel Pape, überrascht und überzeugt immer wieder mit einem flexiblen, stets den Intentionen der Solisten gerecht werdenden Trommelspiel. Seine Besenarbeit gleicht in der traumhaft schönen Ballade „Ahamay“ dem Rauschen des Regens, vor dem sich ein sonores Saxophon mit warmem und runden Ton mit den lyrischen, zurückhaltenden Singlenotelinien und dann wieder verspielten Akkordeinwürfen der Gitarre vereint.
    Die CD „Lockstoff“ besticht durch Reife, bruchloses Zusammenspiel, Emotionalität und Spielfreude. Das ist Musik die erregt und zugleich zum Relaxen einlädt, die vertraut klingt und dennoch zu überraschen vermag, der Schönheit verpflichtet ist und dennoch immer wieder Ecken und Kanten zeigt, wenn sie vor allem mit dem Saxophon und Gitarre wie in „Interlude“ in expressives Spiel ausbricht.
    Klaus Mümpfer

    Jazzclub Domizil Saarbrücken 04/08: ...denn tatsächlich stellte sich mit dem Steffen Weber Trio featuring Norbert Scholly am Sonntag eine starke Combo vor, die mit ihrem zeitgemäßen Jazz perfekt in die Reihe "Jazz Now!" passte...Begeisterung im Leidinger. (Saarbrücker Zeitung)

  • L14,16
    Steffen `Larose` Weber (ts, ss), Axel Schlosser (tp), Rainer Böhm (p), Arne Huber (b), Lars Binder (dr)

    L14,16

    Als "fünf starke Individuen, die als geschlossene Band spielen" beschrieb die Jury die Sieger des 24. Internationalen Jazz-Wettbewerbs in Hoeilaart/Belgien: die Musiker der Band "L14,16". "L14,16" ist die Adresse einer Bar in Mannheim und es ist der Name eines der momentan stärksten jungen Jazz-Ensembles Deutschlands, das sich dort formiert. Beim Wettbewerb in Belgien wählte die Jury "L14,16" unter den 62 Bewerberbands einstimmig zum Sieger.



    Kritiken

    Jazzpodium 04/07: ...Mit einem vollen, energiegeladenen und auf den Punkt gespielten Sound präsentieren "L14,16" ihr zweites Album "phlogistone"...Der komplexe Gruppensound mit einer filigranen Rhythmusgruppe und einem zupackenden Bläsersatz sind die Kennzeichen des Quintetts. ...Ein klares Gesamtwerk, das Spaß auf eine Live-Konzert macht...

    Audio 04/07: ...So macht akustischer Jazz Spaß!...Das Quintett wuselt mit einer Fülle von Rhythmuswechseln und brillanten Soli durch eigene Stücke und Standards...

    Mannheimer Morgen 04/07: ... Die Musik von Axel Schlosser (Trompete,Flügelhorn), Steffen Weber (Tenorsaxofon), Rainer Böhm (Piano), Arne Huber (Bass) und Lars Binder (Schlagzeug) brodelt nur so vor Energie und Feuer, erfüllt von der fiebrigen Nervosität kreativen Forscherdrangs...mit polyrhythmikschen Melodieverläufen, kollektiven Interaktionsfreiräumen und rasanten Stimmungswechseln. Tempo und Verdichtung prägen diese Musik, die damit durchaus sinnfällig die Zeit von heute reflektiert...
    ...Die größte Überraschung aber beschert Steffen Weber...Mit sprudelnder Leichtigkeit meistert er halsbrecherische Phrasenfolgen, durchmisst in weitgespannten Ideenflügen das ganze Areal von sanft brummelndem Tieftongeflüster über röhrende Blues-Deklamationen bis hin zu kreischenden Überblas-Effekten im Stile Albert Aylers: eine grandiose Vorstellung...

  • Fritz&Gans
    Steffen `Larose` Weber (ts), Christian Eckert (git), Matthias Novak Akeo-San (b), Axel Pape (dr)


    Die Musik dieser Kapelle ist eine Verschmelzung verschiedener Musikkulturen. Die Eigenkompositionen tragen Elemente der beiden Großmächte Russland und Amerika (jeder will das längste Solo), Irlands und Italiens (wo gehen wir heute essen) als auch Japans (das Hotelzimmer sollte OK sein).

    Christian Eckerts (Gitarre) Wurzeln liegen in Sizilien, das seine Vorfahren nach einem Streit mit einem verfeindeten Mafiaclan verlassen mussten. Schon im zartem Alter von 9 Jahren lernte er unter der Obhut seiner Eltern, sich im Frankfurter Häuserkampf dem kapitalistischen Feind, welcher zweifelsohne Amerikaner war, zu stellen. Nachts wurden die Siege über den Imperialismus meist mit Freunden aus dem fernen unterdrückten Lateinamerika bei Salsa im Quartier Latin gefeiert, was nicht unwesentlich zum musikalischen Werdegang beigetragen hat.

    Die Vorfahren Steffen Webers (Saxofon) stammen aus Irland, das sie unter dem Joch König George des III. in Richtung Amerika verließen. Leider reichte die Kraft des Ururgroßvaters nicht ganz aus um die Familie dorthin zu rudern, so gelangten sie letztendlich über Rhein und Neckar nach Mosbach. Der amerikanische Traum zog sich durch die Generationen und fand schließlich seine Bestimmung darin die Uramerikanische Kunstform Jazz durch das Spielen eines französischen Instrumentes zu retten.

    Bei Matthias Novak Akeo-San (Kontrabass) Sohn eines deutschen Musikwissenschaftlers und seiner japanischen Mutter war der Kulturclash vorprogrammiert. Hin- und hergerissen zwischen Sauerkraut, Sushi, Äppelwoi und Sake fand er letztendlich seine Bestimmung beim Skateboardfahren, Regenerieren in amerkanischen Fastfoodketten und Spielen des E-Basses in diversen Hip Hop Bands. Glücklicherweise trug die Erziehung seiner Eltern doch noch Früchte und er besann sich eines Besseren. Nun spielt er zwar immer noch amerikanische Musik, jedoch auf einem klassischen Instrument mit asiatischen Tonleitern.

    Axel Pape (Schlagzeug) stammt aus der Bronx der hessischen Landeshauptstadt. Im Schatten seiner Schwester, einem deutschen Topmodel, welches früh der Enge der elterlichen 300qm Wohnung entfloh, versuchte er sich die ersten Jahre seiner Jugend im Bösesein. Als Mitglied einer Gang war er in viele Schlägereien verwickelt, erst ein ambitionierter Sozialpädagoge aus der russischen Provinz Kaluga schaffte es diese Auswüchse des Kapitalismus zu transformieren. Nach seine Anfängen in lokalen Heavy Metal Bands entdeckte er sogar seinen weichen und sensiblen Kern.

  • vier nach zwölf
    Steffen `Larose` Weber (ts), Christian Eckert (git), Jens Loh (b), Thorsten Krill (dr)


    Nach etlichen CD-Produktionen mit Originals haben wir uns mit dieser CD den lang gehegten Wunsch erfüllt eine Standard-CD aufzunehmen um so wieder zu den "Roots" zurückzukehren. Ziel war es Musik einzuspielen die sowohl Musiker als auch Nichtmusiker anspricht. Meist sind CDs entweder für Musiker konzipiert, um den Kollegen mal richtig zu zeigen wie toll man ist, und dadurch eher unkommerziell, oder aber kommerziell also für die breite Masse und dann oft ohne all zu viel Tiefgang. Es gibt leider viel zu selten Aufnahmen, die beides in sich vereinen: gut produzierte Musik mit einem hohen musikalischen Gehalt und Musik, die für den normalen Konsumenten zugänglich ist. Genau dieser Spagat zwischen hohen musikalischen und ästhetischen Ansprüchen ist uns mit dieser CD gelungen.